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Heinrich Klenk "Antikes und Mittelalterliches bei den Freimaurern seit 1717"


Ramzaj
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По многочисленным :) и настойчивым :) просьбам предлагаю к ознакомлению!

Oberstudiendirektor a. D. Dr. Heinrich Klenk, Gießen:

Antikes und Mittelalterliches bei den Freimaurern seit 1717

Wenn Lessing in seinem ersten Gespräch „Ernst und Falk" sagt: „Die Freimaurer waren immer", so darf dies nicht dahin verstanden werden, als ob ein kontinuierlicher Strom von Gedanken aus der Antike und dem Mittelalter in das Lehrgebäude der Freimaurer des 18. Jahrhunderts bis zur Ge¬genwart geflossen sei. Vor einer solchen Auffassung hatte Br. A. Kreiner, Altdorf, in seiner „Stromkarte als Entwurf des möglichen Einzugsgebietes des freimaurerischen Gedankengutes" am 12. 9. 1961 gewarnt. Dagegen spricht auch nicht, daß neue englische und deutsche Forschungen immer weitere Ur¬kunden entdecken, die als Vorbilder der „constitutions" von 1723 betrachtet werden können, oder Tausende von Steinmetzzeichen sammeln, selbst wenn diese etwa nach „Schlüsselfiguren" technische Berufsgeheimnisse verhüllen sollten.

Dabei wird nämlich übersehen, daß solche „Bauurkunden", weil sie veröffent¬licht worden sind, nur über die Esoterik der Gebräuche etwas aussagen, wie die Brüder R. G. Kuess und O. Winkelmüller nachgewiesen haben. Die Eso¬terik ist aber in den nicht veröffentlichten Ritualen enthalten, die uns in dem Titelkupfer und in der gegenüber den „Cbarges" abgeänderten 1. Pflicht an¬gedeutet wird, besonders aber in der »Zergliederten Freimaurerei" Prichards entgegentritt. Diese Auffassung hat auch Bruder A. Horneffer, wenn wir in seinem Katechismus III (1951), Seite 76 lesen: „Aber wenn wir uns die Werk¬leute auch befangen in mannigfachen Traditionen aus Urväterzeiten denken müssen, so wissen wir doch, daß in ihrer Brüderschaft von jeher Männer von hoher Bildung Eingang gefunden hatten, theologisch, philosophisch, im Laufe des 17. Jahrhunderts audi naturwissenschaftlich gebildete Männer. Diese haben ihre Kenntnisse, ihre Gedanken und auch ihre Träume in den Frei¬maurerbund hineingetragen. Ihr Einfluß ist auch in der Entwicklung unserer Symbolik sichtbar ... 44

Näheres in dieser Hinsicht führen die Brüder H. N. Brown, New York und Gr. Syallung, Kopenhagen, 1961 aus und stellen gegenüber der seit Bege-mann landläufigen Abwertung der Brüder Desaguliers und Anderson deren, natürlich zeitbedingte, wissenschaftliche Ehre wieder her und damit eine ge-wisse Zuverlässigkeit ihres auf christlichem Boden erwachsenen Verfassungs-werkes. Wir dürfen also auch unterstellen, daß sie auf Grund ihrer damals üblichen akademischen Vorbildung bei dessen Abfassung auch bestimmte philologische Gesetze befolgt haben, hier das Gesetz des Wortfeldes. Der Haupttitel spricht von »The Constitution* of the FREE-MASONS etc.", der l. Untertitel vor der History von „The Constitution, History y Laws> Charges> Orders, Regulations, and Usages of the Right Worshipful Frater-nity of ACCEPTED FREE MASOXS";

der 3. Untertitel lautet: „The Charges of A FREE-AfASON; Die „1. Pflicht" beginnt mit „A MASOX".

Ich habe im QC-Heft 1 auf diesen Wechsel hingewiesen; dabei habe ich auf-merksam gemacht, daß der Wechsel von FREE-MASONS — mit Bindestrich, d. h. von „Freimaurer" zu FREE MASONS — ohne Bindestrich, d. h. zu „Freie Maureru und dann die Rückkehr zu FREE-MASON — mit Binde¬strich, als „Freimaurer" beabsichtigt ist. Durch diesen Wechsel tarnten die Verfasser ihre neuen „constitutions" der „Angenommenen und Freien Maurer4* vor den Behörden, die sie genehmigen sollten; sie erreichten dadurch, daß sie dort behandelt wurden wie die vielen bekannten alten Vorlagen der „Frei¬maurer",

Daß FREE MASONS — ohne Bindestrich — nicht ein Druckerversehen war, wird durch den Schlußsatz der History kenntlich: „. . . to wear the Bad-ges of a Free and Accepted Mason under our present worthy Grand-Master, the most noble Prince John Duke of Montagu", ferner durch den Inhalt der History, die neben über 30 Bauherrn, also „Accepted**, nur etwa 8 echte Ar¬chitekten und Bauverständige aufzählt.

Oder anders formuliert: bei der Seltenheit der künstlerisch und technisch wertvollen Steinbauten im Altertum und Mittelalter konnten die ortsgebun-denen Handwerkergilden oder -zünfte die notwendigen Sach- und Kunst-verständigen gar nicht aus ihrer Mitte stellen. Die Bauherrn mit ihren Bau-kommissionen mußten also von auswärts diese Kräfte herbeiholen; diese konnten sie aber nicht an die örtlichen, nur am Wirtschaftlichen und Sozialen interessierten Handwerkerzünfte binden, sondern mußten sie „freien"; erst als der Steinbau nicht nur Kirchen, Klöster und Burgen umfaßte, sondern auch in das übrige profane Leben der Städte, ihrer Bürger und Kaufleute übergriff, bekamen auch diese Zünfte oder Gilden der Steinmetzen und Bau¬handwerker das Recht, sich „Freimaurer" zu nennen. Die „Accepted" der „Freien Maurer" blieben nur als Ehrenmitglieder erhalten: die englische Lodge No. 1, die „Incorporation of Sc Mary's Chapel" dürfte im Jahre 1599 eines der ersten Beispiele für diese Entwicklung liefern.'")

In solcher Umgebung herrschte natürlich ein hochstrebender Geist, hier war auch der Platz für eine esoterische Lehre, die in Stein übersetzte, was Theo-logie und Philosophie, gestützt auf die Allwissenschaft Mathematik/Gcome-trie zu Ehren des Allmächtigen Baumeisters aller Welten ausgesprochen wis¬sen wollten. Diese gesellschaftlich hochstehenden Zirkel, die wir so erschlie¬ßen, lassen auch eine weitere Bemerkung Lessings im 5. Gespräch „Ernst und Falk" bedeutungsvoll werden, daß wir nicht nur die (operative) „Ma-sonry", sondern auch die (spekulativ/spirituelle) „Masony" zu den geistigen Ahnen der modernen Freimaurerei rechnen müssen, jene geistig anspruchs¬vollen „Tischgesellschaften". Mit diesen Gedanken wird die obenangeführte Meinung von Bruder A. Horneffer erst recht aktuell.

Bei dem fast unübersehbaren Stoff, der aus der Antike und dem Mittelalter vorliegt, uns heute zwar fremd, aber den Gebildeten des 17. und 18. Jahr-hunderts aus ihrer akademischen Schulung an der lateinischen Sprache und der damit verknüpften Literatur — die Muttersprache, ob Deutsch, Englisch oder Französisch wurde schulmäßig nicht gelehrt! — gut vertraut war und sich an den Büchern der Bibel, d. h. auch den Apokryphen, orientierte, kann ich heute nur exemplarisch vorgehen, in der Hoffnung, andere Brüder zu ähnlichen Nachforschungen anzuregen.

Als erstes Beispiel möge eine zusammenfassende Darstellung folgen, was das von den Benediktinern protegierte mittellateinische Glossarium des Ducanche über „Mason/ma^on" weiß.

Die lateinische Form ist „machio, macio, mattio", Isidor von Sevilla aus dem 7. Jahrhundert definiert dies Wort in seinen Etymologien: „machiones con-

*) Beispiele für die nicht ortsgebundenen freien Künstler: Jktinos, der nach Beendi¬gung des Parthenon in Athen den Bau des Apollontempels in Bassü übernahm; Phcidias, der nach Athen seine jetzt wiedergefundene Werkstätte in Olympia auf¬machte; die „Bauschulen" des Mittelalters, deren Spuren wir an ihren Stilen von Chartres und Sens bis weit nach Deutschland und England vorfolgen, endlich die großen Renaissancebaumeister.

structores parietum" = Hersteller von Wänden (gemeint wohl Fachwerk¬wände), also keine Architekten. Er leitet ihren Namen ab von den „Gerü¬sten", auf denen sie wegen der Höhe der Wände stehen: „machiones dicti sunt a machinis, quibus insistunt propter altitudinem parietum"; es handelt sich mithin um Handwerker, die Wände in den Häusern herstellten, wobei wir das Material, das sie verarbeiten, dahin gestellt sein lassen. Erst 200 Jahre später übersetzt der Sachse Aelfricus „machiones" mit „stanvyrchta", dem er die Glosse „lapidum operarius" beisetzt. Wieder 200 Jahre später berichtet Fridericus Vitalis, daß ein Gebäude wiederaufgerichtet worden sei durch einen Bauherrn mit Hilfe eines „macio": „ipse cum macione et ma-turis et necessariis ministris reliquias in moenia recondidit" — beachten wir hier die Dreiteilung: macio cum maturis (ausgelernten?) und necessariis mi¬nistris (dem Bauherrn gehörige Helfer Diener). Die anderen Hinweise können als unwesentlich übergangen werden. Aber daß macio mit einem anderen Grundwort marciOy das in der Verkleinerungsform marcellus = Hämmer¬dien geläufiger ist, zusammengebracht wird, sei noch erwähnt, ebenso daß auf die „Co - rarfc-ini" hingewiesen wird: „Comacina forte insula in Romanula, ubi Langobardorum aeno periti architecti fucrint", d. h. Architekten der Langobarden, die in Erzarbeiten erfahren sind und in einem „Wohnblock" (insula) in der Romanula (Umgebung von Ravenna) zusamrnen(co-mac-ini)-gefaßt waren''). Soll das heißen, daß die Langobarden als germanische Herrn der Lombardei die Tradition der „collegia fabrorum" der Römer übernom¬men haben, deren Spuren sich im 10. Jahrhundert in Ravenna verlieren? Spuren langobardischen Bauens finden wir auch am Kloster Lorsch (8. Jahr¬hundert) an der Bergstraße, dessen Grundmaß der langobardische Liutprant-fuß ist**). Aber auch Como wird im Ducanche als Heimat von Bauleuten er¬wogen. Dafür spricht, daß im Jahre 1031 der Erzbischof Aribo von Mainz auf der Rückreise von Rom in Como gestorben ist, als er hier Bauleute für den Weiterbau des Mainzer Domes engagieren wollte. Die Tradition, aus „Tirol" Bauhandwerker zu holen, ist noch in Oberhessen im 17. Jahrhundert, nach dem 30jährigen Krieg, lebendig.

Den Beruf des wahren Architekten beschreibt uns Vitruvius Pollio (Ende des 1. vorchristlichen Jahrhunderts) in seinem Werke „De architectura". Dieses wurde im Altertum und Mittelalter hochgeschätzt, besonders auch von den Humanisten, die 1486 eine große Ausgabe veranstalteten. Wir lesen bei ihm:

I, 1 „Der Beruf des Architekten hängt ab von vielen Wissensgebieten und verschiedenen Lehren, die in anderen Künsten gebraucht werden. Seine persönliche Betätigung erwächst aus Praxis und Theorie: Praxis ist die fortgesetzte und vertraute Betätigung, die durch der Hände Arbeit in dem Material jeder Art, wie es zur Ausführung eines Grund-

*) Siehe aber S. 43 Fußnote!

*) Vgl. dazu Knoop und Jones, (iene*i* of Freemasonry S*. 61 2.

risses nötig ist, zur Vollendung gebracht wird. Theorie aber ist das, was die hergestellten Gegenstände im richtigen Verhältnis zwischen technischer Geschicklichkeit und der vernünftigen Berechnung darzu-stellen und zu erläutern weiß.

I, 2 Daher konnten die Architekten, die ohne wissenschaftliche Bil¬dung in Wettbewerb getreten waren, so sehr sie auch handwerklich ge¬übt waren, nicht erreichen, daß sie entsprechend ihrer Arbeit anerkannt wurden. Die aber, die nur auf Theorie und Wissenschaft vertraut ha¬ben, haben, wie ersichtlich» nicht einmal dem Schatten der Aufgabe genügt. Aber die, die beides gelernt haben, haben, als Männer gleich¬sam in allen Waffen erfahren, das Ziel ihrer Aufgaben unter großem Beifall erreicht.

I, 3 . . . Nicht die Begabung allein ohne Schulung oder die Schulung allein ohne Begabung kann einen vollendeten Künstler schaffen. Er soll ein gebildeter Mann sein, soll mit der Reißfeder umzugehen ver¬stehen, soll in Geometrie unterrichtet sein, soll mehrere Geschichts¬werke kennen, Philosophen sorgfältig gehört haben, Musik verstehen, in der Heilkunde nicht unerfahren sein, Entscheidungen der Rechts¬gelehrten kennen, über die Methoden der Astrologie (= Astronomie) und der Himmelskunde Bescheid wissen . . Kurz: er soll wissen, was Vitruvs älterer Zeitgenosse und Bibliothekar des Kaisers Augustus Terentius Varro aus Reate in seinen 9 (= 3x3) Büchern der Erziehung (disciplinarum libri) verlangt hatte: das Trivium, bestehend aus Grammatik, Rhetorik, Dialektik, das Quadrivium, umfassend Geometría, Arithmetik, Astrologie und Musik, dazu aber — erst Martianus Capeila (5. Jh. n, Chr.) hat die „7 freien Künste* auf das Tri- und Quadrivium beschränkt — Heilkunde und als Krönung aller Wissenschaften die neunte, die Architektur. Ein solcher Architekt hat keinen Platz in der handwerklichen „masonry", sondern nur in einer „masony", wie z. B. in der Capella Karls des Gr., in der Einhard mit dem Ordensnamen Bezaleel (n. 2. Mosis 35, 32) den Vitruv studierte, der ja auch in Andersons History neben Bezaleel und wenig ande¬ren zu den „Ahnen" der Angenommenen gehört. Auch in anderen Einrichtun¬gen des Mittelalters wurde diesen Lehren von den 9 bzw. 7 disciplinae/artes gehuldigt, in Akademien, Sozietäten, Tischgesellschaften, den Masseneien der Templer, eben in maso nies nach Lessing.

Ein weiteres „Einzugsgebiet", um im Bilde des Stromes nach Br.». Kreiner zu bleiben, sind die Vorsokratiker, vor allem Pythagoras, unfl Platon/Sokra-tes, deren eigentliches Studium erst mit der Renaissance einsetzte, nachdem man vorher nur den Timaios des Piaton wegen seiner Weltenlehre traktiert hatte. Ein besonders schlagkräftiger Zeuge ist Sir Robert Moray, der sich am 20. Mai 1641 in Newcastle in eine „maurerische Loge" hat aufnehmen lassen, da er an ihren phytagoraischen Mysterien interessiert war (s.Syallung); er repräsentiert uns das mystische Streben dieser Zeitläufte, die sich an Theophrastus, Commenius, Alchimisten oder Rosenkreuzer anklammerten, hier also auch an maurerische Organisationen. Ob er ebenso enttäuscht wurde wie Wren, sein Akademiegenosse, oder später Lessing und Goethe?

Schon der Titelkupfer der Anderson'schen Konstitutionen bringt uns als Teppich (Lehrtafelersatz) das 45. Problem Euklids, den pythagoräischen Lehrsatz, dazu das Heureka des Physikers Archimedes. Als pythagoräisch hätte auch das Ypsilon*) oder das V erscheinen können als Symbol der Ent-scheidungsfreiheit zwischen Gut und Böse. Hierher gehören das »Erkenne Dich selbst" vom delphischen Orakel, das „Wisse, nidyts zu wissen" y das Sokrates das Lob von Delphi einbrachte, der Weiseste zu sein, endlich das Schicksal des Sokrates selbst, des „gekreuzigten Gerechten", weil er statt nur gut zu scheinen, wirklich gut sein wollte (Piaton, Staat 361/2 A = 2. Buch). Dieses Gerechtsein wollen ist eine „Königliche Kunst" (Piaton, Minos 320 B/C). Die Maßstäbe dafür aber liefert die „Geometrie"; daher stand nach Plutarch über dem Eingang zur platonischen Akademie das Wort: »Nur einer, der die Geometrie versteht, darf dieses Haus betreten"; wir haben hier die ersten Grundlagen für die sonst so merkwürdige Angabe Prichards mit der „Ähnlichkeit" des Buchstabens G (s. Horneffers Gesellenkatechismus S. 76/7). Diese Ideen wurden bei den Griechen in Symposien, Hetairien, Syn-hedrien, bei den Römern in Convivien, Societäten und Sodalitäten im Dienste der Paideia/des Humanums gepflegt, auch mißbraucht, s. Piatons 7. Brief, wo auf das Anlocken unter dem Vorgeben einer „Einweihung" und auf die Enttäuschung des Opfers hingewiesen wird. Das Individuum fand seine Sonderbefriedigung in den Passionen der Mysterien, nämlich die Ge¬wißheit der Befreiung im Dies- und der Erlösung im Jenseits. Soweit gingen die Philosophen nicht; höchstens, daß sie noch mit Epikur wußten, daß „nichts aus nichts entsteht, also auch nichts zu nichts vergehen konnte" (Lucrez, de natura deorum I, 150 u. 249 50).

Aus der Gemeinsamkeit dieses Wissens um das Menschliche entspringt die Toleranz der horazischen „concordia discors (ep. I, 12, 19)", später die 3-Ringfabel bei Boccaccio (l.Tag, Dreigespräch). Über allem steht aber die Freundschaft in allen diesen Philosophenbünden. Ihr singt Cicero im Cato maior (de senectute XIII, 45) ein besonderes Loblied: „. . . Die Freude an diesen Gastmählern berechnete ich keineswegs nach den körperlichen Ge¬nüssen, sondern mehr nach dem Zusammensein mit meinen Freunden; recht treffend nannten unsere Vorfahren das Zechgelage von Freunden ein ,Zu-sammen-leben* (con-vivium), weil es ja eine Lebensgemeinschaft darstellt. Diese Bezeichnung war passender als die der Griechen, welche es . . . ein ,Zusammentrinken (sym-posion)' . . . nannten; sie scheinen also dem am wenigsten Wichtigen den größten Wert beizumessen."

Das Muster des opferbereiten und beinahe deswegen gekreuzigten Freun¬des wird in einer Legende verherrlicht, die am Tyrannenhof des Dionysios IL, eines platonisch/pythagoräischen Schülers, in Syrakus spielt und die die Literatur der Antike bei Hygin und Cicero, bei Valerius Maximus bis zu dem Judenchristen und Schüler arabischer Philosophen Petrus Alphonsi (um 1106 disciplina clericalis) und schließlich bis zu Schillers Bürgschaft befruch¬tet hat. Schiller schöpft aus Hygin; nach Valerius Maximus (facta et memo-rabilia), der etwas später lebte, verläuft der Schluß folgendermaßen: IV, 7, 6" . . . Der Tyrann bewunderte die Gesinnung beider Freunde, zog zur Belohnung für dieses feste Vertrauen das Todesurteil zurück; obendrein bat er sie, sie möchten ihn in ihren Freundschaftsbund (societatem amicitiae) und zwar in die 3. Stufe ihrer Verbrüderung (tertium sodalicii gradum), wo er das Vertrauteste pflegen wolle (intima culturum), wohlwollend aufnehmen". Das ist ein Einblick in den Aufbau eines pythagoräischen Freundschaftsbun¬des, den freilich Schiller mit Hygin nicht durschaut hat.

Zum Schlüsse möge noch einmal Cicero zu Ehren kommen. In seiner Schrift „De divinationc" (Ahnungsvermögen durch höhere Eingebung) lesen wir: I, 89 „ut enim sapere, sie divinare regale ducebant"; das heißt „wie nämlich Weisesein, so hielten sie das Vermögen Göttliches zu ahnen, für eine könig-liche Kunst.*4 Fast möchte ich sagen, Anderson habe mit seinem versus Ado-neus, den mit „Göttliche Bindung" zu übertragen ich in Quatuor-Coronati-Heft 1 vorgeschlagen habe, an diesen Satz des Cicero gedacht. Denn dieses „sapere" auch auf religiösem Gebiet ist die quinta essentia jeder Toleranz.

Belegstellen, soweit nicht aus dem Text ersichtlich:

Brown, H. W. Gedanken über einige neuzeitliche Abänderungen und

unrichtige Auslegungen von „Anderson's Konstitution" von 1723.

La Heroldo, XXVI. Jahrgang No. i —1961, S. 2 ff.

Horneffer, A. Der Katechismus aller drei Grade der Johannis-Freimau-rerei. I, 1949; II, 1950; III, 1951.

Klenk, H. Bemerkungen zu den Konstitutionen Andersons von 1723,

Quatuor-Coronati-Heft No. 1, 1964

Kuess, G. R. Die Vorgeschichte der Freimaurerei im Lichte der eng-

lischen Forschung. Blaue Reihe, 11, 1960.

Syallung, G. Die Königliche Kunst und die Universelle Religion der

Universellen Freimaurerei. La Heroldo, XXVL Jahrg. No. 1 — 1961, S. 40 ff.

Winkelmüller, O. Die Deutschen Bauhütten, Quellenkundliche Hefte der

Forschungsloge QC, 1963.

Качество предоставленной копии было отвратным.

Копия предоставлена

Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek in Hannover/Niedersachsen

Источник

Quartor-Coronati-Hefte

2-1965

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Вот спасибо :)

только бы ещё уметь читать по немецки :)

Увы ничем помочь не могу, нет времени на перевод, а текст довольно не простой, по ложам всё вечерами зажигаю, у нас рождественские пьянки :) может быть у кого время появится, тот и переведёт, у меня вряд ли, мне ещё и на работу иногда ходить надо! :)

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