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Metamorphose des Verlorenen Wortes


Генрих
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„Vielleicht haben Sie es noch nicht versucht,“ sagte Alice,

„aber wenn Sie sich in eine Puppe verwandeln werden,

das müssen Sie über kurz oder lang, wie Sie wissen –

und dann in einen Schmetterling, das wird sich doch

komisch anfühlen, nicht wahr?“

Lewis Carroll, Alice im Wunderland

Die Metamorphose (griechisch μεταμόρφωση (metamórfose) = Umgestaltung, Umwandlung, Verwandlung) bedeutet in der Zoologie eine indirekte Entwicklung vom Ei zum geschlechtsreifen Tier durch die Einschaltung gesondert gestalteter selbständiger Stadien. Eine vollkommene Verwandlung, kommt bei Schmetterlingen vor. Dies wird auch in der Freimaurerei als bildhaftes Symbol der menschlichen geistigen Umwandlung verwendet. Während gleicher Stadien können die Menschen sehr wohl unterschiedliche Ebenen der geistigen Entwicklung erreichen. So ist ein fabelartiger theologischer Disput zwischen zwei Babys, Mystiker und Realist, im Bauch einer Schwangeren vorstellbar:

Realist: Glaubst Du an das Leben nach der Geburt?

Mystiker: Ja, sicher. Es ist klar, dass es nach der Geburt ein Leben gibt. Wir sind hier nur um genügend Kräfte zu sammeln und um bereit zu sein für das, was uns danach erwartet.

Realist: Das ist eine Dummheit! Nach der Geburt kann kein Leben existieren! Wie stellst Du dir das vor?

Mystiker: Das weiß ich nicht, aber ich glaube, dass es dort mehr Licht gibt und dass wir vielleicht selbst gehen und mit dem eigenen Mund essen werden.

Realist: Was für ein Quatsch! Der Mensch ist nur fähig sich durch die Nabelschnur zu ernähren. Das ist die fundamentale Tatsache.

Mystiker: Wir wissen darüber noch zu wenig. Aber ich glaube fest, dass unser Leben erst nach der Geburt beginnt.

Realist: Aber von daher ist noch niemand zurückgekehrt! Das Leben endet mit der Geburt. Und überhaupt, das Leben ist nur eine große Qual in der Finsternis.

Mystiker: Nein, nein! Ich weiß nicht genau, wie das alles aussehen wird, aber in jedem Fall werden wir unsere Mama sehen, und sie wird sich um uns kümmern.

Realist: Mama? Glaubst Du an Mama? Und wo befindet sie sich eigentlich?

Mystiker: Sie ist überall, wir befinden uns in ihr und dank ihr bewegen wir uns und leben. Ohne sie könnten wir einfach nicht existieren.

Realist: Vollkommener Quatsch! Ich habe noch keine Mama gesehen und deswegen ist es klar, es gibt sie einfach nicht.

Mystiker: Ich kann Dir nicht zustimmen. Manchmal, wenn in der Welt alles still wird, kann man hören, wie sie singt, und fühlen, wie sie unsere Welt streichelt!

(Autor ist leider unbekannt)

1. Stadium der Flüchtigkeit

Zum ersten Mal hört der Suchende vom Meisterwort bei seiner Erhebung. Hier stellt er den Baumeister des salomonischen Tempels dar. Dieses prächtige Gebäude symbolisiert das Universum, dessen Architekt nur der Große Baumeister der Welten sein kann. Auch das Privileg im Allerheiligsten des Tempels bestattet zu werden, womit der Meister Hiram Abif geehrt wurde, darf nur ein Gott haben. Das ist die Rolle des Erhobenen, nicht mehr und nicht weniger. Trotz solcher Erhöhung erfährt der Kandidat das Wort nicht, genauso wenig wie die drei verräterischen Gesellen.

Er erfährt auch nicht, was von ihm verlangt wird und ebenso wenig wofür er sein Leben opfern soll. Mit dem Tode Hirams ging das Wort verloren ohne dass es offenbart wurde oder sein Sinn weiter gegeben werden konnte. Statt dessen wurde dem neuen Meister ein Ersatzwort anvertraut. Durch die Einführung des Ersatzwortes wurde allerdings erreicht, dass die mittlere Kammer des Tempels nur für die Brüder – Meister zugänglich wurde um ihren Lohn vor den Uneingeweihten zu sichern.

Die Brüder setzten symbolisch das Leben des ermordeten Meisters fort, jedoch ohne das Verlorene Wort wiederzufinden und bleiben demgemäß Suchende. Nur derjenige, welcher in der Lage ist, in sich selbst einen Tempel zu errichten, wird es in seinem Allerheiligsten finden.

2. Stadium der Erscheinung

Die Suche hat auch damit zu tun, dass nach der freimaurerischen Lehre nicht nur der Kandidat ein Suchender ist, sondern der Freimaurer immer ein solcher bleibt, immer um Licht und um Wahrheit ringt. Der weitere Weg führt ihn hinab in die Finsternis seines Bewußtseins; immer tiefer unter die Trümmerhaufen der Moralität und des Sittengesetzes; dorthin, wo im unterirdischen Tempel Henochs das Verlorene Wort auf dem Achat – Kubus leuchtet. Der Weg zum Geheimnis führt durch die Dunkelheit unseres Bewußtseins zum Anfang unseres Seins, zum Licht in uns selbst.

Das Ritual bietet eine Interpretation des esoterischen Allerheiligsten an, wo der Gottesfunken wohnt, aber auch die geheimen und dunklen Ecken der eigenen Seele, das ist der Bogen, der sich zwischen Gottsuche und gesteigerter Triebhaftigkeit spannt. Dadurch wird die Harmonie von Körper, Geist und Seele als Einheit des Menschlichen erfahrbar und daß der Ursprung aller Dinge einen unaussprechlichen Namen hat, das Zeichen des Schöpfers. Obwohl das Wort die Kraft geben soll, die Tugenden des wahren Menschen, des Emerek, zu erfüllen, kann es nicht ausgesprochen, sondern nur geschaut werden.

3. Stadium der Vertonung

Im Vorbereitungszimmer zur Beförderung zum 18. Grad werden die Kandidaten mit dem 17. Grad vertraut. Die Symbole dieses Grades leiten sich von der neutestamentlichen Offenbarung ab. Hier wird auch ein Passwort mitgeteilt, das den Eintritt in den „schwarzen“ Tempel ermöglichen soll: Ja–Bel–On. Was für ein Geheimnis darin versteckt ist und welche Beziehung es zum weiter folgenden Ritual hat, bleibt im Dunkeln. Man kann aber eine mögliche Erklärung im alten „Royal Arch“ finden. Das Meisterwort ist dort aus vier hebräischen Schriftzeichen zusammengesetzt, die in unserem Alphabet J.H.V.H. entsprechen und ohne Hilfe der Vokale kann es nicht ausgesprochen werden. Die Vokale werden durch die Schlüssel- oder die Deckwörter geliefert, die sich an den drei Seiten des Dreiecks befinden.

„Und hier, meine Gefährten, auf dem Deckel auf einer dreieckigen Platte ist das verlorene Meisterwort eingraviert, das verloren ging beim Tode unseres Großmeisters Hiram Abif und das den getreuen und gewissenhaften Bauleuten wiedergegeben werden sollte, so bald spätere Generationen es entdecken würden. ... Jetzt wollen wir euch das Meisterwort geben: Je – Ho – Va. Dies meine Brüder ist der unaussprechliche Name der Gottheit. Erhebt euch! Jetzt wollen wir euch das große Wort vom Königlichen Bogen mitteilen: Ja – Bel – On“

Ähnliche Vokale enthalten die Säulennamen des salomonischen Tempels: „Jakin“ und „Boas“. Im Tempel der Andreas-Meister (GLLvD) befindet sich der kubische Stein mit dem Tetragrammaton auf dem Kreuz der gestürzten Säulen. So bilden die Vokale ein Piedestal für die Konsonanten.

4. Stadium des Aufschlages

„Pilatus aber schrieb eine Aufschrift und setzte sie auf das Kreuz; und es war geschrieben: Jesus von Nazareth, der König der Juden.

Diese Aufschrift lasen viele Juden, denn die Stätte, wo Jesus gekreuzigt wurde, war nahe bei der Stadt. Und es war geschrieben in hebräischer, lateinischer und griechischer Sprache.

Da sprachen die Hohenpriester der Juden zu Pilatus: Schreib nicht, „Der König der Juden“, sondern, daß er gesagt hat, „Ich bin der König der Juden“.

Pilatus antwortete: Was ich geschrieben habe, das habe ich geschrieben.“

(Joh. 19:19-22)

Die Aufschrift lautete:

Iesus Nazarenus Rex Iudaiorum (latein);

Iesous ho Nazoraios ho Basileus ton Ioudaion (griechisch);

Yeshua Hanatzri Vemelech Hayehudim (hebräisch).

Was hat eigentlich den Hohen Priestern an diesem Text nicht gefallen? Sie wollten nun Yeshua Hanatzri Hamelekh Hayehudim sehen. Der Unterschied ist winzig und liegt eigentlich nur im dritten Anfangsbuchstaben. Es war aber wichtig genug, um darüber mit dem Prokurator Pontius Pilatus zu diskutieren: das INRI wurde dem YHVH gleich gestellt.

Das Ritual des 18. Grades führt den Kandidaten zuerst in die Finsternis des schwarzen Tempels, der die trostlose Lage der Maurer nach der Zerstörung des zweiten Tempels darstellt. Dabei wird das Wort ein zweites Mal verloren. Mit der leuchtenden Hoffnung wandern die Kandidaten durch die Finsternis der Welt, bis sie einen kubischen Stein entdecken, der aus den Ruinen des zerstörten Tempels herausgebrochen worden ist. Im roten Tempel offenbart sich der Stein als ein Kreuz mit den drei Rosen der Hoffnung, des Glaubens und der Liebe. Das Ganze umfaßt ein neues Wort: I.N.R.I., "Igne Natura Renovatur Integra" (Durch Feuer wird die reine Natur erneuert), mit der Deutung der Vergeistigung der Materie. So wird der Übergang vom alten Tetragrammaton zum neuen Akronym geschafft, oder eine Transformation des Menschen vom „Gott über Dir“ - durch das „Gott in Dir“ - zum „Gott bist Du“ – Zustand.

Die letzte und höchste Lehre der Maurerei, das verlorene und wiederzufindende Wort des Meisters ist der Glaube an die Unsterblichkeit, an die Auferstehung aus dem Grab, an das ewige Leben. Das Meisterwort, welches sich aus dem Grab erhebt und wieder gefunden wird, ist die unsterbliche Seele, der Geist, das Licht. Endlich nun ist uns die symbolische Maurerei die Lehre von der Unsterblichkeit der Seele, von dem ewigen Licht bewußt. Dieses ewige Licht suchen die Maurer aller Grade und hoffen, dass die ihnen im rühmlichen Tode vorausgegangenen Brüder es bereits gefunden haben.

Das ist die göttliche kreative Macht des Lebens, die die Menschheit während des Sündenfalls verloren hat und die sie durch Regeneration wiedererlangen muss. Mit diesem Wort wird die Eigenschaft gegeben, die Grenze zwischen dem Bereich des Lebens und dem des Todes durchlässig zu machen. Das Wort gibt dem gläubigen Baby die Hoffnung auf das Leben nach seiner Geburt.

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