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Ideen des Kommunismus und die Freimaurerei


Генрих
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Es ist schon 15 Jahre her, dass der Kapitalismus den Kalten Krieg gewonnen hat. Das sozialistische Weltsystem existiert nicht mehr. Aus Unwissenheit oder kämpferischer Gewohnheit heraus wird der Kommunismus jedoch noch bis heute mit der früheren Politik der Sowjetunion oder sogar mit Nazismus identifiziert. In mehreren antifreimaurerischen Schriften wird der Kommunismus mit der Freimaurerei als identisch dargestellt. Die offizielle Stellungnahme der GL AFuAMvD hierzu lautet: Weder Freimaurerei noch Freimaurer haben was mit Kommunismus zu tun. Was stimmt davon und was nicht?

Ziel dieser Arbeit ist es, die Quellen der kommunistischen Ideen zu erforschen und sie auf verschiedenen Entwicklungsetappen mit dem Gedankengut der Freimaurerei zu vergleichen.

Als ich dieses Thema wählte, war ich nicht sicher ob darüber überhaupt berichtet werden soll. Ich sah drei große Gegenpunkte:

1. man darf in unserer Bruderschaft keine politische Streitdiskussion provozieren;

2. für einigen unseren Brüder könnte das Thema sehr schmerzhaft sein;

3. völlige Abwesenheit von ernster analytischen Literatur, aber statt dessen viele antifreimaurische Schriften.

Es gibt aber auch Gründe, die für dieses Thema sprechen:

1. Freimaurer sollen sich durch von Sklaverei der Vorurteile befreite Gedanken im Leben vor anderen Menschen auszeichnen.

2. In der Gesellschaft werden die Begriffe „Sozialismus“ und „Kommunismus“ zu oft mißbraucht, am meisten von Leuten, die davon gar keine Ahnung haben.

3. Mit dem Zerfall der Sowjetunion gehören die Begriffe noch nicht der Geschichte an. Im Gegenteil. Beiden Begriffe berühren grundsätzlich auch alle sozialdemokratischen Parteien. Sogar die regierende Partei in Deutschland – die SPD. Auch dann, wenn einige von ihnen versucht haben die Begriffe in ihren Programmen aus politischen Gründen wegstreichen. D.h. man muss dieses Thema verarbeiten, um zu verstehen, wohin sich die heutige Gesellschaft bewegt.

Vorgeschichte

Entwürfe für eine kommunistische Gesellschaft gibt es seit der Antike: in Platons „Politeia“ („Staat“), in der stoischen Philosophie und in den Ideen und der Praxis urchristlicher Gemeinden. Christliche Vorstellungen, in denen das Reich des Gottes auf Erde vorweggenommen wurde, prägten mittelalterliche Sekten wie Katharer und Waldenser. Am Anfang der Reihe der großen Utopisten des 16. Und 17. Jh. steht Tomas More mit seiner „Utopie“. Weitere Vertreter sind Tomaso Campanella („Der Sonnenstaat“) und Francis Bacon („Neu-Atlantis“), die eine Organisation des idealen Staates dargelegt haben. [ 1 ]

Bacon hat das Gedankengut einer „Generalreformation“ der Welt von den Rosenkreuzern Johann Valentin Andreä („Christianopolis“ 1619) und Robert Fludd übernommen. Darauf hat er seine Konzeption aufgebaut. Elias Ashmole, einer der ersten spekulativen Freimaurer, Reformer und Autor einiger freimaurerischer Rituale, versuchte einige Jahre später, die Entwürfe Bacons in die Tat umzusetzen. Er gründete mit seinen Freunden William Lilly, William Outhred, Thomas und Geoge Wharton das „Haus Salomonis“. [ 2 ] Als philosophisch - theologische Grundlage diente der Deismus von Edward Herbert („De veritate“ 1624).

Weitere Spuren der kommunistischen Ideen sind in der „Strikten Observanz“ und bei den Illuminaten zu finden. Das Projekt des Ordensgründers Karl Gotthelf von Hund hatte zunächst nichts mit der Freimaurerei und auch nichts mit der später bestimmend gewordenen Idee der Wiedererrichtung des Templerordens zu tun. Ursprüngliches Ziel der seit etwa 1750 tätigen Vereinigung war es vielmehr gewesen, sich die nötigen finanziellen, organisatorischen und personellen Mittel zu verschaffen, um auf nordamerikanischem Boden eine ordenseigene Kolonie in der Form einer prä-demokratischen Adelsrepublik zu gründen.

Adam Weishaupts Idee war es, auf dem langen Marsch durch die Institutionen die von ihm herangezogenen und ausgebildeten Leute in Positionen zu bringen, die am Ende dem Orden die Übernahme von Staat, Kirche und der gesamten Gesellschaft gewährt hätten. Diese Unterwanderung hätte nach dem ursprünglichen Konzept Jahre, wenn nicht Jahrzehnte und Jahrhunderte gedauert, doch zu Weishaupts großem Erstaunen hatte sie schon kurze Zeit nach der Gründung seines Ordens Erfolg, wie eine Untersuchung für München und Alt – Bayern zeigt. [ 3 ]

Anfang 19. Jahrhundert entstanden zahlreiche Sozialutopien, wie z.B. von Robert Owen („The book of the new moral world“ 1836) und von Charles Fourier („L’harmonie universelle et le phalanstere“ 1849). Auch in diesem Bereich waren manche Freimaurer aktiv, z. B. der Anwalt des "dritten Standes" Abbé Sièyes und der Erfinder der Produktiv – Genossenschaften, bzw. "sozialen Werkstätten" Louis Blanc. Ebenso die Sozialisten Saint – Simon („De la reorganisation de la societe europeenne“ 1814), Pierre Leroux („De l'humanité" 1840) und Pierre Joseph Proudhon („Was ist Eigentum“ 1840 und „Eigentum ist Diebstahl" 1841) und schließlich der kommunistische Utopist Etienne Cabet („Voyage en Icarie" 1842).

1842 ging Cabet in die USA und versuchte dort seine Vorstellungen zu realisieren, aus einem Mormonen – Dorf eine kommunistische Kolonie zu schaffen. 1856 ist das Experiment an den autokratischen Regeln der Sekte gescheitert.

Auf dieser Stelle möchte ich noch eine Liste freimaurerischer Sozialisten beifügen, die nicht direkt mit der Theorie des Kommunismus verbunden sind, aber trotzdem ihre Spuren in dessen Geschichte gelassen haben:

Denis Diderot (1713 – 1784), Friedrich von Schlegel (1772 – 1829), Johann Gottlieb Fichte (1762 – 1814). Sein „Beitrag zur Berichtigung der Urteile des Publikums über die französische Revolution“ ist nichts anderes als eine frühmarxistische These. Ferner Moses Hess (1812 – 1875) („Philosophie der Tat“), Anarchist und Mitglied des 1. Internationales Michail Bakunin (1814 – 1876) („Gott und der Staat“) sowie eine Reihe von Freimaurer – Revolutionären:

Giuseppe Garibaldi, Giuseppe Mazzini, Harro Paul Harring, Rafael de Riego y Nunez, Antonio Quiroga, Simon de Bolivar, Jose de San Martin, Francisco de Miranda, Melvin López Idalgo, Bernardo O’Higgins, Jose Julian Marti, Ernesto „Che“ Guevaras, Kondratij Rylejew, Pawel Pestel, Sergej Trubezkoj, Andrej Wolkonskij, Alexander Bestushew und viele, viele andere.

Auf die Frage, warum und weshalb sie alle die Freimaurerei und den Sozialismus verkoppelt haben, hat Salvador Allende folgendes geantwortet: „Ich erklärte in diesen Kongressen öffentlich, daß, wenn dieses Problem der Unverträglichkeit "Freimaurer & Sozialist" aufrecht erhalten bleibe, ich als aktiver Kämpfer die Sozialistische Partei verlassen würde, obschon ich niemals der Ideologie des Sozialismus dem Sinn und Geiste nach untreu würde. Ebenso würde ich im Falle, was ich mir nicht vorzustellen vermag, daß der Orden meine Ideologie und meine marxistische Doktrin mit der Freimaurerei als unverträglich erklärte, den Tempel verlassen mit der Überzeugung, daß in diesen Kreisen die Tugend der Toleranz nicht praktiziert wird. [...] Wann erkennen wir endlich, daß wir das Recht und die Pflicht haben, unseren eigenen Weg zu beschreiten, die freiheitlichen Bestrebungen der Gründer unserer Länder zu verwirklichen, denn dies ist die Aufgabe, die wir von ihnen erhielten. Wenn dies ein Revolutionär zu sein bedeutet, dann bin ich es, und wenn dies ein Freimaurer zu sein bedeutet, dann bin ich es ja auch. “ [ 4 ]

Von Träumen zur Wissenschaft

Am 13. Juni 1815 hielt ein Advokat eine Rede im General – Gouverneurs – Staatsrat über die vom Ausnahmegesetz von 1808 betroffenen Juden. Er wies nach, daß das Ausnahmegesetz mit seinen Kollektivanschuldigungen dem Geist der Aufklärung in Frankreich und Deutschland widerspricht. Der Mann war Heinrich Marx, Vater von Karl Marx. Seine Familie pflegte eine jahrhundertealte Rabbinertradition, die sehr berühmte jüdische Rabbiner hervorgebracht hat. Marx’s Vater wich von dieser Religiosität ab, er interessierte sich sehr für Rousseau und verpflichtete sich der Aufklärung nach französischem Vorbild. Aus dem Briefwechsel zwischen Vater und Sohn folgt eindeutig, daß der ideologischen Bildung des Karl Marx von seinem Vater zugestimmt und diese unterstützt wurde. 1841 promovierte Karl Marx im Alter von 23 J. a. als Doktor der Philosophie. 1843 kam er nach Paris. Dort lernt er Saint – Simon, Fourier, Proudon, Bakunin und Cabet kennen. Auch sein Verwandte, Heinrich Heine, gehörte diesem engen Kreis. 1848 schrieb Karl Marx im Auftrag vom „Bund der Gerechten“ seine „Manifest der kommunistischen Partei“. Damals war er 29 Jahre alt.

Marx selbst war kein Freimaurer. Proudon, Bakunin und Heine, die seine Vorstellungen geprägt haben, hingegen schon, und zwar sehr berühmte.

1867 fing er mit „ Das Kapital“ an und arbeitete daran bis seinem Tod, also 25 Jahre. Weitere 5 Jahre brauchte Friedrich Engels um das Werk zu vervollständigen. Damit wurden die utopischen Träume auf wissenschaftlichen Beine gestellt.

Marxismus besteht aus drei großen Teilen:

1. wissenschaftlicher Kommunismus; also eine Antwort auf die Frage „Wie soll die Gesellschaft der Zukunft aussehen?“; basierend auf den Ideen der Aufklärung und französischen Sozialisten – Utopisten.

- Entpersonifizierung des Eigentums auf die Produktionsmittel. Heute realisiert es sich in Form einer Aktiengesellschaft.

- Gleichberechtigung für allen Sozialschichten, Völker, Rasen und Glaubensrichtungen.

- Internationalismus. Vereinigung aller Nationen. Vergleichbar mit dem heutigen europäischen Integrationsprozeß.

2. politische Ökonomie; also eine Antwort auf die Frage “Warum soll das gemacht werden?“ basierend auf den Werken von Adam Smith und David Ricardo.

- Geld selbst bringt kein Gewinn. Mehrwert ist eine unbezahlte lebende Arbeitskraft.

3. marxistische Philosophie, die wiederum aus zwei Teilen besteht: dialektischer Materialismus und historischer Materialismus.

- Dialektischer Materialismus enthält allgemeine Gesetzmäßigkeiten der Entwicklung der Natur und basiert auf der Dialektik von G. W. F. Hegel. „Entwicklung der Welt ist ein Ergebnis innerer Widersprüche“; vergleichbar mit „Jakin und Boas“.

- Historischer Materialismus enthält allgemeine Gesetze, bewegliche Kräfte des historischen Prozesses und stellt die Gesellschaft als selbst entwickeltes Sozialsystem dar; basierend auf der Philosophie von Ludwig Feierbach. „Der materielle Zustand der Gesellschaft bestimmt ihr Bewußtsein“ und „Die Geschichte der Menschlichkeit ist eine Entwicklung und Abfolge der gesellschaftlichen Formationen“.

In der damaligen Entwicklungsphase des Kapitalismus war Marx überzeugt, daß die zwei Klassen, Bourgeoisie und Proletariat, antagonistisch sind und, deswegen gäbe es keinen anderen Weg zu einer besseren Gesellschaft als durch eine proletarische ganz Europa umfassende Revolution und spätere Diktatur des Proletariats. Die Pariser Kommune von 1871 sah er als erste in dieser Reihe.

Am 26. April 1871 zog man mit Fahnen und in voller maurerischer Bekleidung zum Rathaus, brachte den Mitgliedern der Kommune den Wunsch nach Beendung der brudermörderischen Kämpfe zum Ausdruck und erklärte durch den Hauptredner Br. Thirifocq, daß die erschienenen Maurer bereit seien, die Republik mit allen Kräften zu verteidigen. Darüber, wie viele Freimaurer auf Barrikaden von Maillot kämpften, konnte ich keine eindeutige Angabe finden. Nach einigen Quellen bis ca. 6000 Brüder.[ 2 ] Dazwischen über 40 Stuhlmeister und Würdenträger. Die „Internationale“, das Lied der Kommune und die Staatshymne der Sowjetunion bis 1943, wurde von zwei Brüdern – Freimaurern, Eugene Pottier und Pierre Degeyter, geschrieben. Im August 1871 hat der Grand Orient die Angehörigen, die auf der Seite der Kommune in den Kampf gezogen waren, offiziell verurteilt.

Nach dem Tod von Karl Marx arbeitete Friedrich Engels eng mit einem anderen Marxist, Eduard Bernstein, zusammen, der in seinem Buch „Die Voraussetzungen des Sozialismus und die Aufgaben der Sozialdemokratie“ (1899) die theoretischen Grundlagen des Revisionismus geschaffen hat. Er behauptete, daß im Lauf des Entwicklungsprozesses der Industrie zwischen Bourgeoisie und Proletariat sich noch eine neue Klasse entwickelt, die die ersten beiden vereinigt. Damit wurde eine Zersplitterung in die kommunistischen Bewegung hinein gebracht:

- Bolschewiken (Kommunisten), die den Marxismus mit Leninismus (Möglichkeit der proletarischen Revolution in einem separaten Land) erweitert haben;

- Menschewiken (Sozial – Demokraten), die statt Revolution einen Weg der Evolution in der Gesellschaft gewählt haben und heute praktisch in allen europäischen Ländern an der Macht sind. Sie stellten das Ziel selbst, und zwar eine Gesellschaft, die auf der Grundlage von Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität – Grundwerte des Sozialismus, aufgebaut ist [ 5 ], nie unter Frage, nur das Mittel, womit das Ziel erreicht werden soll.

Das Haus in Trier, wo Marx geboren wurde, befindet sich seit ca. 100 Jahren im SPD – Besitz und dient heute als „Karl Marx – Museum“.

Spaltung

Schon 1912 haben italienische Sozialdemokraten Feindschaft gegenüber der Freimaurerei bekundet. Auf dem Parteitag von Reggio wurde die Überzeugung ausgesprochen, daß Freimaurerei und Sozialdemokratie unvereinbar seien, und daß daher ein Sozialist nicht Freimaurer sein könne. Andere aber, wie z.B. Giovanni Lerda, bewahrten dem Bund die Treue und verließen die Partei. Einen ähnlichen Beschluß faßten während des Ersten Weltkrieges die ungarischen Sozialdemokraten. [ 2 ]

Nach der russischen Oktoberrevolution 1917 und trotz des Verbots aller geheimen Gesellschaften funktionierten einige Logen noch bis Ende der 20er Jahre. Mehrere Freimaurer, wie der Volkskommisar für das Bildungswesen, Anatolij Lunatscharsky, Mitgründer der kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) und Mitglied des Zentralkomitees der russischen kommunistischen Partei (RKP), Karl Radek, der Volkskommisar für den Außenhandel, Leonid Krasin und andere hatten führende Positionen in der Lenin – Regierung. Die Behauptung, daß kein Freimaurer Volkskommissar war, entspricht nicht der historischen Tatsache. Im freimaurerischen Museum des Großorients von Italien in Rom befinden sich sogar Dokumente, die die Zugehörigkeit von Vladimir Uljanov – Lenin zum Großorient von Frankreich eindeutig beweisen. Diesem Fakt ist dort eine ganze Vitrine gewidmet. Laut „Dictionnaire de la Franc-Maзonnerie“ von Daniel Ligou wurde Lenin kurz vor dem Anfang des Ersten Weltkrieges in der Pariser Loge „L'Union de Belleville“ aufgenommen. [ 6 ]

In November 1922 nahm der 4. Kongreß des Kominterns eine Resolution an über die Unvereinbarkeit der Mitgliedschaft in der kommunistischen Partei und in freimaurerischen Logen auf Grund der Erklärung, daß die Freimaurerei keinen Klassenkampf anerkennt. „Es ist unbedingte Notwendigkeit, daß die führenden Organe der Partei alle Brücken abbrechen, die zum Bürgertum führen und deshalb auch einen radikalen Bruch mit der Freimaurerei vollziehen.“ So z.B. sollte die kommunistische Partei von Frankreich, derer Zentralkomitee aus mehreren Freimaurern bestand, alle Beziehungen zur Freimaurerei bis zum 1. Januar 1923 abbrechen. Jeder Kommunist – Freimaurer sollte bis zu diesem Zeitpunkt aus seiner Loge austreten und darüber in der Parteizeitung öffentlich berichten. [ 7 ]

1923 schrieb der Außen– und Kriegkommisar, Leo Trotzky, der selbst, laut Historiker Ludwig Hass, 1898 während seiner Anwesenheit in Frankreich in einer Loge des Großorients aufgenommen und in 2. Grad befördert wurde [ 8 ], in der Sowjetzeitung „Iswestija“: Gerade die französische Freimaurerei sei eine Pestbeule für den Kommunismus, gegen den sie einen reaktionären Einfluß geltend mache. „Sie ist die kapitalistische Feindin des Kommunismus; sie ist so rückständig wie die Kirche, der Katholizismus. Sie stumpft die Schärfe des Klassenkampfes durch Mystizismus, Sentimentalität und moralischen Formelkram ab.“ [ 2 ]

Am 11.02.26 richtete Boris Astromow, der Großsekretär der GL „Astreja“, einen Brief an Stalin, in dem er die Freimaurerei als einen Mitläufer der kommunistischen Partei deklarierte und die Einigkeit der Ziele „historisch“ zu beweisen versuchte. „Wir ehren Gott als Architekt des Universums, wie etwas abstraktes, ablehnend offizielle Religion und Kirche. Die Freimaurer sind mehr Bolschewiken als Christen“. Dazu hat er vorgeschlagen, Komintern zu einer Form der Freimaurerloge zu reformieren. Stalin hat ihm nicht geantwortet. [ 9 ]

Trotz der Widersprüche zwischen Freimaurer und Bolschewiken unterstützt der größte Teil der französischen Freimaurerei das Sowjetregime. 1933 wurde eine Protest-Resolution einer Loge aus Miramas (Frankreich) gegen antisowjetische Propaganda verbreitet.

Am 27. Dezember 1936 haben 16 europäischen Obödienzen einen Brief an den Präsidenten der USA , Franklin Delano Roosevelt, gerichtet, in dem sie als seine Brüder forderten, der spanischen Republik zu helfen und die Verbreitung der Aggression von Deutschland und Italien zu stoppen. In Mai 1939 haben die französischen Maurer die USA aufgerufen gegen Hitler anzutreten. [ 10 ]

Erst 1945 hat die kommunistische Partei von Frankreich das Verbot von 1922 des seit 1943 nicht mehr existierenden Kominterns aufgehoben. Seitdem sind Tausende ihrer Mitglieder den Großorient von Frankreich beigetreten [ 11 ].

1948 auf der Konferenz der regulären Großlogen wurde eine Ergänzung zur „Deklaration der Prinzipien“ von 1939 eingefügt, nämlich dass die Freimaurerei den Kommunismus ablehnt als eine Ideologie, die mit unserer Konzeptionen der Menschenwürde unvereinbar ist, die menschliche Grundrechte zerbricht und der freimaurerischen Fundamentaldoktrin der Glaube an Gott feindlich ist. In vielen Obödienzen ist die Mitgliedschaft in kommunistischen Parteien explizit verboten. So z.B. in der Großloge von Ohio: “Any Mason who is a member of, or espouses the cause of a Communistic or other organization advocating the overthrow of the government of the United States by force or other illegal means, shall, upon Masonic trial and conviction thereof, be expelled.” [ 12 ]

Ein Philosoph und Kommunismus – Theoretiker der ehemaligen DDR, Robert Havemann, schrieb 1964: „Die bürokratische Strukture des realen Sozialismus ist ein Verstoß gegen das marxistischen Prinzip einer sozialistischen Demokratie.“. [ 13 ] Daraus folgt, daß alles, was im 20ten Jahrhundert in der Sowjetunion und Osteuropa als Kommunismus oder Sozialismus präsentiert wurde, keiner war. In der zweiten Hälfte der 80er Jahre, aufgrund einer andauernden Krise der Erdölbörse und der Unfähigkeit der damaligen sowjetischen Politiker die daraus folgende Probleme zu lösen, brach die Wirtschaft der UdSSR und damit des ganzen sozialistischen Weltsystems zusammen.

Epilog

Politiker, Parteien, Ideologien, Länder und sogar Nationen kommen und vergehen. Das ewige Traum des Menschen vom Paradies auf Erden aber bleibt. Im 20. Jahrhundert ist eine weitere Windung der Entwicklungsspirale unserer Zivilisation vorüber gegangen. Das Experiment „Kommunismus“ ist gescheitert, aber es bleibt der Weg der Menschheit: nämlich aus Versuchen und Fehlern zu lernen. Die Erfahrung und die Hoffnung bleiben auch.

In eine Freimaurerloge kommen Männer, den etwas im Leben fehlt. Und das „etwas“ ist häufig die Freiheit. Solange der Mensch noch Mensch ist, werden wir vom Kommunismus auf die eine oder andere Weise noch hören.

Literatur

1. Brockhaus – Enzyklopädie, Bd. 12, Leipzig – Mannheim 2000.

2. E. Lennhoff, O. Posner, D. A. Binder, Internationales Freimaurer Lexikon, München 2000.

3. Günter Mühlpfordt, Europa in der Frühen Neuzeit, Bd. 4: Deutsche Aufklärung, Weimar 1997.

4. Salvador Allende, Zeichnung anläßlich der Tempelarbeit zum Großlogentag der Großloge von Kolumbien mit Sitz in Bogotá am 28. August 1971.

5. W. Eichler, Grundwerte und Grundforderungen im Gotesberger Grundsatzprogramm der SPD, 1962.

6. Daniel Ligou, Dictionnaire de la Franc – Masonnerie, Presses Universitaires de France, Paris 1998.

7. Resolution des 4. Kongresses des Kominternes, Moskau 1922.

8. Ludwig Hass, Freimaurerei in Zentral– und Osteuropa in ХVIII. und ХIХ. Jh., Wrozlaw 1982.

9. Viktor Bratschew, Geheime Gesellschaften in der UdSSR, Molodaja Gwardija Nr. 3, Moskau 1994.

10. Vera Kaschma, Das ist ein schreckliches Wort – „Freimaurer“, Tajnij Sowetnik, Sankt – Petersburg 22.11.2004.

11. Interview mit dem Großmeister des Großorients von Frankreich Alen Bauer in Paris, Sowerschenno sekretno, Moskau Januar 2004.

12. Code of the Grand Lodge of Ohio, Sec. 11.04.

13. Robert Havemann, Vorlesungen über "Naturwissenschaftliche Aspekte philosophischer Probleme" an der Humboldt – Universität, Berlin 1964.

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  • 1 month later...

Die sehr gute Arbeit sehr geehrter Heinrich. Aus dem Text nicht hat zu welchem Zweig der französischen Freimaurerei sehr verstanden es gehörte Wladimir Lenin. Aber mir scheint es, was nach Großem Osten Frankreichs einstellig ist. Ich denke zu jenen Zeiten sie schon haben die Regel über den obligatorischen Glauben an das Oberwesen abgenommen. Lenin doch wenigstens schon an der Universität war ein überzeugter Atheist.

Noch wäre es interessant, die Aussprüche Karls Marx über die Freimaurer zu finden., Obwohl er vom Freimaurer nicht war, sagen, dass er sich die Freimaurerei außerordentlich positiv aussprach.

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Die sehr gute Arbeit sehr geehrter Heinrich. Aus dem Text nicht hat zu welchem Zweig der französischen Freimaurerei sehr verstanden es gehörte Wladimir Lenin. Aber mir scheint es, was nach Großem Osten Frankreichs einstellig ist. Ich denke zu jenen Zeiten sie schon haben die Regel über den obligatorischen Glauben an das Oberwesen abgenommen. Lenin doch wenigstens schon an der Universität war ein überzeugter Atheist.

Herzlichen Dank für Ihre Bewertung meines Beitrages :rolleyes:

Sie haben vollkommen Recht, das folgt auch aus den Text der Zeichnung:

...die Zugehörigkeit von Vladimir Uljanov – Lenin zum Großorient von Frankreich eindeutig beweisen. Diesem Fakt ist dort eine ganze Vitrine gewidmet. Laut „Dictionnaire de la Franc-Maзonnerie” von Daniel Ligou wurde Lenin kurz vor dem Anfang des Ersten Weltkrieges in der Pariser Loge „L'Union de Belleville” aufgenommen.

Mir wurde auch versprochen die Kopien der Unterlagen nachzuschicken, die ich leider bis heute nocht nicht gekriegt habe.

Noch wäre es interessant, die Aussprüche Karls Marx über die Freimaurer zu finden., Obwohl er vom Freimaurer nicht war, sagen, dass er sich die Freimaurerei außerordentlich positiv aussprach.

Mir ist nur bekannt, dass der 1. International die Räumlichkeiten bei der UGLE gemietet hat. Mehr kann ich nicht meckern ;) .

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  • 3 weeks later...

Übrigens weiß jemand, wer war ein Autor zusätzlicher 22 Bedingungen für die Mitgliedschaft an Komenterne, die die gleichzeitige Mitgliedschaft an Kominterne und der Freimaurerloge verbot? Ein Autor 21 Bedingungen war Wladimir Lenin, 22 war es ein Bisschen später eingeführt. Wer weiß den Autor es 22 Bedingungen?

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